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GOETHEWEG München - Venedig: 623 km (+ X), 28 Tage,
allein, am Stück, ohne Quartierbuchung, mit Gitarre, August - Sept. 2009; 
A) Vorwort,
B) “Ausrüstung”:
innen (+ Gitarre), von außen :-)
C) Ablauf mit Angaben zu Navigation (?!) und Quartieren
D) Fehler im Buch,
E) Kosten,
F) Fazit,
G) Tipps -und-
H) 3 Wochen später ...

"Karte" München - Venedig

A) Vorwort:
Den “Floh im Ohr” bekam ich auf meinem MAXIMILIANSWEG (s. vor). Auf der dortigen “Tutzinger Hütte” unterhalb der Benediktenwand hing (und hängt bestimmt noch) links von der Theke ein schönes Plakat: “München - Venedig”
Diese eindrucksvolle Strecke gibt es in 2 Varianten:
a) “Traumpfad München - Venedig”, siehe “Plakat”, aus dem Bruckmann-Verlag. Dies ist die alpine Strecke durch die Alpen über Gipfel und Jöcher, und ist entsprechend anspruchsvoll bezüglich Kondition, Erfahrung und Ausrüstung. Übernachtungen sind meist in urigen Hütten und ebensolchen Betten, bzw. Lagern, was auch ich schon oft erlebte und auch schätzte.
b) “Goetheweg München - Venedig”, nach dem Buch ebenfalls aus dem Bruckmann-Verlag. Diese Variante folgt, ab dem Brenner, Straße, Fluß und Bahn, ist also ohne große Ansprüche an Erfahrung und Ausrüstung, Kondition für laange Strecken sollte man jedoch haben. Im Gegensatz zum “Traumpfad” über nachtet man auf dem “Goetheweg” immer in einem richtigen Zimmer mit einem richtigen Bett - wenn man eins findet, s. u.. Ich entschloss mich für den “Goetheweg” - und habe es nicht bereut!

Erst zum 70-sten, dem ich natürlich damit auch auf den Kopf treten wollte, bekam ich, als mein schönstes Geschenk, die häusliche “Freigabe” zu der doch ziemlich großen Tour, womit nur 2 Wochen zur Vorbereitung blieben, was “on tour” Probleme machte.  Nachdem ich im www von anderen Gehern von zahlreichen Schreib- und Navigationsfehlern, s. D), erfuhr, schrieb ich Mitte August 2009 per Email an den Bruckmann-Verlag, ob und wann eine verbesserte Auflage erscheinen würde; die Antwort steht noch aus, wie auch, meine Email vom 1. 10. 2009, von der >> ZEIT << , die, neben dem “Goetheinstitut”, “in Zusammenarbeit” an dem Buch mitwirkten. Das Buch bekam ich frei Haus von der “Amazone” für € 7,50. Gepackt war schnell, s. B), richtig eingelaufen eher nicht.


C) Ablauf mit Angaben zur Navigation (?!) und zu Quartieren!   (ein paar Videos folgen noch)
 
Tag 1, München - Kloster Schäftlarn (statt Ebenhausen):
”Um 5 Uhr fuhr ich in München weg” schrieb Goethe (Zitat), ich um 5.33 in St. Ingbert (bei Saarbrücken).
So war ich erst um 11, dafür aber mit Glockengeläut, für das obligatoriche Start-
VIDEO am Marienplatz. Die Isarauen waren teilweise recht ansehnlich, der Tierpark Hellabrunn sogar von außen ;-)
   Bahnhof St. Ingbert                     Start Marienplatz   ... durch den Zaun geguckt  :-)   schöne Isarnixen ...

Nach der
Waldwirtschaft Grosshesselohe kam interessanter Schildermast, wo jemand Quartier für den
2000 km entfernten Jakobsweg anbot. Schon skurril sowas. Die denken, wer den Goetheweg läuft, den graut auch nicht vor’m Jakobsweg. Schon möglich ... Waldwirtschaft Grosshesselohe Pyrenäenquartier 2000 km weg! Empfehlungsbrief!        
Tipp zum Weg:
“Ebenhausen” steht nirgends auf den Wegschildern, nur “Hochschäftlarn” (?). Unter Berücksichtigung der Quartierfrage empfehle ich, den Schildern nach KLOSTER SCHÄFTLARN zu folgen, wodurch man direkt bei Klosterstube und Kloster landet und den Schlenker über “Ebenhausen” (?) spart.
 
     (Gasthaus-Hotel “Zur Post” war innen und außen recht einfach, abends um 1/2 7 waren ganze 2                 Leute im Lokal, das war mir, für € 45,- ÜF zu einsam.)
     (“Hotel Schwaige”, netter Wirt, leider nur “Garni” ohne Lokal für abends, aber fein und für € 44,- bei           “Cash”, also nicht mit ec-Card, wo’s etwas mehr kostet, günstig.)
                                                                       So lief ich 1/4 Stunde auf steilem Weg bergab zum
     “Klosterbräustüberl”, Tel. 08178-3694, beim Kloster Schäftlarn und buchte für € 43,-. Da bei                            diesem Preis kein Du/WC im Zimmer Nr. 10 war, reklamierte ich und bekam eins, Nr. 7, -mit- Du/WC (!).        Meckern hilft oft! “Stüberl” ist untertrieben, im Biergarten finden 700 (!) Leute Platz. OK.

Im Biergarten waren abends um 8 noch 10 Tische besetzt. So nahm ich die Klampfe zur Hand und spielte auf. Man unterhielt sich ausgedehnt; ein Ehepaar wanderte von Nürnberg nach München, den Grund dazu sagten sie nicht, und von dort bis Bozen. Ein Franzose mit Familie war dort, der hat den “Jakobsweg” mit 15 kg Gepäck gemacht, was ihm nicht mehr passieren würde.
Viele Gäste sangen mit, der “Volker” spendierte mir 2 Bier und schrieb mir eine
nette Empfehlung (s. o.) für meinen nächsten Quartierwirt “Zur Mühle” in Beuerberg (Tag 2). 

Tag 2, Kloster Schäftlarn - Beuerberg:
Nach dem schönen Abend im Biergarten regnet es heute, ich werde mich verlaufen, aber wieder einen schönen Abend verbringen.
Kloster Schäftlarn bei Regen. -Vor- dem Sägewerk, erinnerungsschwer, da ich bei einem Sägewerk mit genau solch einer Doppelwalzensäge aufwuchs, geht es rechts hoch auf den -Gregoriweg-. Das -gelbe Dreieck-, oder ist es ein verunglückter Pfeil bedarf einer Auffrischung. Ich landete bei strömendem Regen in Holzen, fand aber wieder nach GELTING, wo ich beim “Alter Wirth” ( + ) gut gegessen, auf der Toilette am Händetrockner meine Klamotten trocknete und in der “Jägerstube” im Kellergeschoß mit Einverständnis der Wirtin ein super “Mittagsschläfche” gehalten habe.             

     (Beuerberg - Gasthaus “Zur Mühle”, direkt am Weg (!), Tel. 08179-8832, € 42,-)
war belegt, da half auch das Empfehlungsbriefchen vom “Volker” in der Klosterschenke Schäftlarn nix. Ich glaube aber, Ihr kommt hier gut unter. Der freundliche Wirt fuhr mich nach tel. Anfrage in mein Quartier:

     “Sprengeneinöder Alm”, Tel. 08179-93 100, 1 km SSW “Eurasburg”, ein sehr komfortables Haus,          dicke Autos, feine Gäste. Da “TV” nicht im Zimmer, sondern in der großen Stube nebenan war, wie      schlimm, brauchte ich statt der  vereinbarten € 50,- nur deren 30,- zu zahlen. Super Frühstück. OK.

Das bedeutet: wenn die “Mühle” vorab laut Tel. belegt ist, könnt Ihr gleich von “Baierlach” nach “Eurasburg” hochlaufen. Eine Großfamilie aus Schlesien feierte ein sog. “Leichims”, weil ein Verwandter, erst 52 alt, verstorben war. Danach wurde es, wie meist, fröhlich, ich spielte auf der Terrasse mit wunderschönem Alpenblick, * * * , auf, 3 Frauen tanzten, und die “Walburga” spendierte mir einen Jägermeister, meinen Schlummertrunk. Ein schöner Abschluß des nassen Tages. Kloster Schäftlarn Kindheitserinnerung Gelting; vorm "Alter Wirth"

Tag 3, Beuerberg - Benediktbeuern:
Durch Wald und Wiese war ich schließlich wieder in “Beuerberg” an der “Mühle” und schaute ins Buch. “B 2” ist nicht zu sehen, geht also die Straße SSO hoch und in Schlangenlinien bis an ein “T”, dort links ab und direkt wieder rechts. dann seid ihr, s. D) 5) in der “Alpenblickstraße”, “nomen est omen” und folgt ihr mit manch schönem Bauernhaus am Weg bis zur “B 1”. Den “Schlenker” ab der “Reindlschmiede” über “Bad Heilbrunn” und die betreffende Navigation “ ... eine wenig befahrene Straße”, ja nur: welche?, fand ich nicht so ergiebig. Dafür kam ich in
Obersteinbach an der zünftigen Geburtstagsfeier von “Susanne” vorbei und durfte bei Radlerbier und Torte (!) aufspielen. Für solche “Events”, sie passieren leider nur event-uell, schleppe ich zu Ungunsten einer professionellen Wanderausrüstung meine Gitarre mit. Nachdem die Kühe vorbei waren, wurde der Blick frei für den ersten Alpenblick.
   Bayern is' schee . . .   . . . die rechts von mir!   "I' wüll wida hoam!" erster Alpenblick            
Dann kam das kulturelle oder auch religiöse Hei-leit (Hey-Leut’?) des Tages, das
Kloster Benediktbeuern, wo u. a. das “Benediktbeuerner Receptar” im 13. Jh. von Mönchen vom Lateinischen ins Mittelhochdeutsche übersetzt wurde, fast das gesamte medizinische Wissen der damaligen Zeit. Auch die “Carmina Burana”, wörtlich “Lieder aus Beuern”, die größte Sammlung weltlicher und geistlicher Lieder des Mittelalters, wurde hier gefunden, wenn auch nicht geschrieben und von Carl Orff 1937 vertont. Die späte Abendsonne trifft auf den herrlichen Altar.
Aber auch: GOEHTE, Faust, I, (“Vor dem Tor”, Zeile 938) “Hier (!) ist des Volkes wahrer Himmel” ;-)
   Kloster Benediktbeuern 3-3061bene-altar02   3-3059klos-receptar02                                       Goethe/Faust I; "Hier ist des Volkes wahrer Himmel"                        
     Gasthof zur Post” (Buch-Tipp), Tel. 08857-338, auch Goethe nächtigte hier (!), ein weitläufiges
       Haus, nette Wirtin, schönes Zimmer, super Bad, € 42,-. OK. Die
Gaststube ist gemütlich, die                          Lüftlmalerei passt in die Goethe-Zeit, so ungefähr sah das wohl damals aus.

Tag 4, Benediktbeuern - Kochelsee - Walchensee:
Nachdem ich das Kloster schon am Tag 3 besichtigt hatte, folgte ich sogleich den “Prälatenenstäben” ;-) durchs Moor und fand schließlich zum
Kochelsee mit schöner Aussicht :-) wo auch der Wandersmann badete. Nach dem “Grauer Bär” kommt ein Campingplatz mit lustigen Angeboten. Die Motorradfahrer sind zu schnell und zu laut unterwegs, die angezeigten Radarkontrollen sind wohl Vergangenheit. Nach der Passhöhe, nur 859 statt der angedrohten (Höhenprofil) 930 m hoch sehen wir den großen Walchensee.

     (Jugendherberge Walchensee-Urfeld, Tel. 08851-230 ist sicher billiger als ... :)
     Hotel “Karwendelblick”, Walchensee-Urfeld, Tel. 08851-410, € 48,-, sehr schönes Zi. und Bad.
     Höchstens: 2 große Hunde streichen um die Gäste, was nicht jedem gefällt und -
       “Kleider machen Leute”. OK.

Auf der Terrasse, wo man Abendessen und Frühstück einnehmen kann, sofern Wetter, hat man einen tollen Blick auf den WALCHENSEE.
 
   "Prälatenen ..."   Kochelsee-Nixen   lustiges Camping   "Passhöhe" 859 m!   der Walchensee

  Tag 5, Walchensee - Mittenwald:
Weil’s grad am Weg liegt, fahre ich mit der Seilbahn hoch zum bekannten
“Herzogstand” mit dem gleichnamigen Haus mit schönem Tiefenblick und “Tiefblick” ;-) ich spiele 1 Radlerbier ein, fahre beschwingt wieder runter und laufe weiter am Walchensee entlang. Nach dem schönen Obenach-Wasserfall  begrüßt mich das Karwendel. Bei der wunderschön gelegenen Kapelle “Maria Rast” mache auch ich eine solche, wäre aber besser weitergelaufen.
  vom Herzogstand     das hätt' dem Herzog au g'falle                                   Obernach-Fall   Willkommen im Karwendel!  

So kommt für den
“Regenläufer” noch ein Gewitter. Zum “Tonihof” würde ich nicht gehen, der ist (ab/bis?) 2009 geschlossen. In MITTENWALD mache ich schlechte Erfahrungen mit Gastwirten: einmal hieß es “nur Doppelzimmer”, einmal “nur noch Appartements” und einmal hat mich die Frau am Empfang bereits ins Gästebuch eingetragen, die Chefin kam und sagte, kraft Amtes(?!), “leider ausgebucht”. Finnisch net gudd! So kam ich erst spät “unter”:
   Regenläufer   "...unter(!) den Wolken" (Mey)   Mittenwald   Pension "Bavaria" by night

  
“Pension Bavaria”, Mühlenweg 44-46, Tel. 08823-1484, kleines Zi, WC nebenan, Dusche im Keller,              gutes F., netter Wirt; steckte meine nasse Wäsche in den Trockner, nur € 33,-, ( + )

Tag 6, Mittenwald - Seefeld/Tirol:
Genießt den Weg, solange er noch schön ist! Und lustig - “ ... für Bayern und Preißn”. An der
”Porta Claudia”, Grenze zwischen Bayern und Tirol wurde früher hart gekämpft, Tiroler, Bayern und Franzosen hielten die Festung schon besetzt, und auch wir absolvieren weiter, wenn auch “unten” unseren Karwendelmarsch (Plakat mit “Falkenhütte”). Als Einkehr und Quartier, wenns passt, lockt nicht nur “Scharnitz”, sondern auch

   (Restaurant “Ramona” , Tel. 05213-5541, mit bunten
Vögeln und einem feinen Gasthaus, wo man für €         35,- ÜF bekommt.)
 ... und Preißn! "Porta Claudia" Karwendellauf zum Glück, dass es Ramona gibt Hotel-Gasthaus Ramona

Eine Gitarre ist auch im Lokal; ein Hauch von Kultur gegenüber den meist aus allen Kästen quäkenden Teenies und näärvendem Hip-hop. Der “Hirnweg” ist steil und schön mit herrlichen Ausblicken auf das
Karwendel. Nach dem verlassenen “Playcastle”, das noch nie richtig lief, erreichen wir SEEFELD. Hier wechselte vielleicht auch Goethe Pferde, Kutscher und Kutsche:  
    
“Haus beim Christl”, Tel. 0043-(0)5212-2468, großes Zi., Badewanne(!) nebenan, TV, gutes F,
       nette alte Dame, nur € 28,-,
( + )

   Karwendel-Blick   "Playcastle" . . .  auch Goethes Kutsche?     "Haus beim Christl", Seefeld
                            
“Beim Christl”, das is’ jo wie dehemm im Saarland: “es Maria” (“ääs”), “beim Klara” oder eine Bar “Zum Natascha”. Nein; das ist die Kurzform von “Christian”, Wirt vor Generationen. Pardon, auch sowas will geklärt sein. Auf eine schönen Wanderung folgte eine schöne Einkehr vor der “Pizzeria Sailer”; da spielten 3 Musikanten aus Mittenwald auf, “Steirische”, Bassgeige und Gitarre, und ich spielte mit.
Gaudi pur.

Tag 7, Seefeld/Tirol - Innsbruck (statt Völs):
Statt “ ... frisch gefallene Kiefernadeln und hohe Farne wiegen sich ...” habe ich mich mal wieder verlaufen und erreiche schließlich
ZIRL, wo man vom 2. Stock einen schönen Burgenblick hat. Danach kommen auf schönem Wanderweg Martinswand, -bühel und -kühe. In VÖLS ist das einzige Quartier belegt, so springe ich auf dem Dorfplatz in den nächstkommenden Bus, ein Glücksfall; nicht “Kematen” (?), sondern INNSBRUCK! Das erste Hotel war mir zu teuer, das zweite passte:

     Hotel Mozart, Müllerstr. 15, Tel. (0512) 59 538, nur 7 Min. zur Altstadt, Zi. (klein) + F. € 47,50, OK.

So sah ich spät noch die “Triumphpforte”, die
“Annasäule”, mittelalterliche Tänze und einen Ritterkampf mit Schwertergeklirr (VIDEO 8 MB) unter dem berühmten “Goldenes Dachl”                                                             Burgen vor Zirl   Martinswand bei Zirl                         Triumphpforte   Annasäule   Goldenes Dachl

Tag 8, Innsbruck (statt Völs) - Patsch:
“Fair geht vor”, also fahre ich mit dem Bus zurück nach VÖLS und laufe ab dort Richtung
Schloss Mentlberg. Die Historie geht zurück bis Anno 1305, es gehört heute dem Land Tirol, kann nur von außen besichtigt werden und dient meist als Zuhause für Lehrlinge, Problemkinder und Asylanten. Die schöne Kapelle mit einer figürlichen Darstellung der “schlafenden Frauen” und einem prächtigen Altar ist dagegen meist offen.
Buch, S. 40: Die “Dorfstraße” heißt “Waldstraße”. -Vor-  dem rot-weißen Terrassenhaus gehts rechts hoch. Oben im Wald bei der “Gelbe-Schilder-Kreuzung” geht es geradeaus weiter, so erspart Ihr euch meinen Rauf-runter-Abstecher von 1 km.
S 41, oben: Wenn Ihr vor “einem alten Haus” steht, seid Ihr, wie ich, verkehrt. Es sind -zwei- alte Häuser. Geht wieder kurz zurück bis zur Gabel und wählt, im Geiste hier angekommen, den -linken- breiteren
Weg, ONO.
Bald blicke ich zum 2. Mal auf Innsbruck, diesmal “per pedes” und von oben. 
Buch S. 41, 2. Absatz: Ab dem Infohaus ging ich neben der Straße südwärts bis zum Kreisel. Dort zeigt ein grünes Schild “Gewerbegebiet Mutters”, leicht bergab. Nach 10 Min. kommt “Nr. 8”, ein gelbes Schild  “Vill - Igls - 1 1/4 h”. Die “Autostraße” (letzte Zeile) war, vor dem Bau der Autobahn, und ist die “Brennerstraße”, Landesstraße B 182.
Kann man den
BRENNER auch hoch-laufen? Ja, es “geht”:
   Schloss Mentlberg   Kapelle; schlafende Frauen   Kapelle Mentlberg; Altar            

 

               Innsbruck   Brenner per pedes

Privatpension Gerti Oss, Patsch, Fraubichl 3, Tel. +43 (0)512-379 636. € 27,-. Das Frühstück war so dünn wie der Kaffee, die grüne Decke verfilzt. Da meine “Wäsche” im Freien hing und es regnete, hat die Wirtin sie zwar abgenommen, aber sie war natürlich noch feucht. Die Wirtin meinte “Sie können sie ja im nächsten Quartier trocknen”. Joo ...
( - )

Tag 9, Patsch - Steinach:
Wir starten nicht “am unteren (?) südlichen Ortsrand”, sondern direkt bei der -Kirche-. “34” ist nicht zu sehen, aber “6” > “34” > “1” > “6”. Auch “Wipptaler Ww-” ist nicht zu sehen. Vom oberen östlichen Rand der Brennerfurche sieht man zuweilen “Alle 4-e”: Bahn, Sill, Brennerstraße mit “Marathon-Radlern” und Brenner-Autobahn. Ab PFONS laufen die Straße, “Wipptaler Ww-” und
“Jakobsweg” miteinander bis Ortsende. Dort links hoch und gleich rechts, südwärts. In Ellbögen passieren wir eine originelle Milchreklame.  In MÜHLTAL am Kreisel nahm ich den Ausgang “Feuerwehr”. Ein Schild “Wipptaler Ww-” zeigt bergauf, O, was ich für verkehrt hielt. Ich nahm die -Straße- bergab, SO, nach MATREI. S. 46, 2. Absatz: neben “9” laufen noch “37” und “38”. Kurz vor STEINACH knipse ich an einem einsamen Bauernhof ein süßes Kätzchen, das Langeweile hat. Im Quartier, s. u., finde ich eine interessante Darstellung über “Goethes Lebens-Elexier: Reisen”.

     Hotel POST, nicht “Zur Post”, was die junge Chefin, Mutti und Hotelfachfrau in Personalunion,                          reklamierte. Sie schickte für mich Bild und Brief per Internet nachhause. Dankeschön nochmals!
     Tel. 05272-20002. €  39,-, Zi. i. O, super Frühstück;
( + )
  Brennerfurche: alle 4-e   Jakobsweg-Quartier in Spanien! Milchreklame süße Katze!   Goethes Lebenselixier Hotel Post; Chefin + Mutti

Tag 10, Steinach - Brenner:
Heute kommt der, geografische (!) Höhepunkt der Tour. Am (Sonntagmorgen ein riesen Menschenauflauf: der “Ötztaler Radmarathon”; 3.900 (!) Radler aus 31 Nationen, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, abgesperrte Brennerstraße. sst-ssst-ssst rauschen sie in größeren oder kleineren Gruppen vorbei. Ich laufe Richtung Süden und kontrolliere meine “Ausrüstung” durch einen Griff nach rechts hinten: Schirm da, Stöcke - nix! Die stehen, vermutlich, bei dem Kätzchen von Tag 9, so. o., wenn Ihr sie findet: meine Tel.-Nummer steht drauf ;-) Endlich - die ersten GOETHEWEG-Wanderer, L-L-L-Linda und Sebastian aus München, die laufen das Teilstück Mittenwald - Bozen, zum größten Teil jedenfalls ;-)  Nochmal ein schöner Blick in die Furche mit allem was durchläuft mit Ausnahme des Wanderers. In GRIES steht das historische “Weisses Rössl”, wo auch Goethe “weilte”. Erklärung: die Promis waren seinerzeit nicht einfach dort, sie “weilten”. Man sieht die alte “Kutscherstube” mit Solarium (!), eher eine Ecke, und ein königliches Dankschreiben der “Reine Elisabeth de Belgique”. L-L-L-Linda und Sebastian aus M Brenner -straße, -bahn, -bach     "Weißes Rössl" in Gries a. Br. "Weißes Rössel; alte Kutscherstube königliches Dankschreiben

Ab GRIES herrscht ziemliches Chaos. Die später (ggf.!) sichtbaren neuen Wegemarkierungen, von der EU bezuschusst, führen den Wandersmann exakt unter der letzten österreichischen Autobahnbrücke durch ---> direkt in den Hinterhof einer Autobahn-Tankstelle mit einem alten “Tante-Emma-Laden TRAFIK”. Stimmt sogar, “Verkehr” war hier genug, und ich lief ein Stück als “Geisterwanderer” auf der Auffahrt weiter. ACHTUNG! -Wenn- Ihr dem aufwärts zeigenden Wipp-Ww-- unter der Brücke durch folgt, seid ihr auf (!) der Autobahn. Ein Meisterstück der Tourismusbehörden. Beim Laden TRAFIK geht Ihr linksseitig -hinter- der Leitplanke brenneraufwärts, Ihr kommt 200 m danach auf eine Unterführung - linksseitig. Rechts ist der Brennersee. Geht unter der Unterführung durch, und ihr seid bei der Tankstelle auf der Brenner - Straße. Wenn schon Geisterwanderer, dann besser dort, als auf der Autobahn. Ich schrieb am 6.10. per Email an den Ort Brenner; die Antwort war, ich solle mich “diesbezüglich an ... Gossensass ... wenden”. Joo, so kenne ma se. Besser: Ihr sucht -vor- der Brücke das nächste Haus und fragt nach dem Weg - wie die meisten. Der ehemals rührige Ort BRENNER wird fast nur noch vom neuen Outletcenter belebt. Auch die Straßen sind eine einzige Baustelle, wodurch ich, um 1 km Rückweg zu vermeiden, über etwa 15 Bahngeleise “wanderte”. Zum Glück kam kein ICE oder sowas. Bei der Schilderwand am Eingang fehlt ein Übernachtungshinweis. Ich fand schließlich in ein Quartier, s. u., und verlebte mit “Waltraud” und 4 weiteren lustigen Ötztalern einen ebensolchen Abend bei
“Wein, Weib (Waltraud) und Gesang”. 1/4 Roten wurde von anderen Gästen spendiert.
  Wander-Schild zur Autobahn!!!   "Geister-Wanderer"   "Gleis-Wanderer!"   Brenner - Ort, trist ... 10-3230olimpia-5oetztal02
 
                 Albergo Olimpia, Tel. (0472) 631163, Zi. und Etagen-Du/WC: naja, unlustiger Wirt,
                 dünne
Collazione, € 42,-. ( - )

Tag 11, Brenner - Sterzing:
“ . . . genußvoll WANDERN” (Buch-Untertitel) ist ab heute ziemlich selten. Betonierte Radwege, Landstraßen mit und ohne (!) Seitenstreifen sowie schlecht oder nicht markierte Wege und Pfade überwiegen. Zumindest vor Autos sicher seid Ihr auf dem sog. “Rad- und Wanderweg”; hier ist das Baustellenende von Süden her. “und Wander-” werdet Ihr keinen antreffen, hier sind nur Radler. Und die sausen oft wie die verrückten tief über den Lenker gebückt im schnellen Bergab-Gang einzeln oder gruppenweise an Euch vorbei: “sst-sst-sst”, das waren also 3. Ab und zu mal zurückschauen, dann erschreckt Ihr nicht zu sehr. Ich werde etwas weiter laufen als der Führer, weil mir “22 + 21 km” erträglicher scheinen als “18 + 25”. Ab dem -Umspannwerk-, S. 52, 1. Zeile, stand ich in der Pampa, und lief den erwähnten kaum wahrnehmbaren “Trampelpfad”. Ende Gelände: links die Brennereisenbahn, rechts ein größerer Bach, vor mir eine Unterführung für letzteren. Zurückgehen ist wohl besser. Bahntrasse wollte ich nicht; ICE? Ich -kroch- mehr oder weniger mit meinem “Gerätels” in der rechten Hand durch die -Bach-Unterführung-. Ab der Mauer war direkt Böschung, dann der Bach, kein gerades Stück Boden. Es ging gut. Dann erreichte ich den schönen WECHSELHOF, wo ich mit der alten Dame ein schönes Schwätzchen hielt. Sie gab mir sogar Grüße an meine daheim gebliebene Frau mit. Vor GOSSENSASS kam der erste und einzige -Schneeblick-.
           Rad- und Wanderweg Brenner - Verona; hier fängt er an!   Bahnunterquerung für Verirrte   "Wechselhof" mit Bäuerin   einziger Schneeblick auf dem Goetheweg!
                                                            
S. 54, 1. Zeile: Ab Ortseingangsschild “STECKHOLZ” geht es gleich wieder runter. Am Ortsausgangsschild an der -roten- (!) Kapelle links vorbei geht es steil bergab mit dem Bach nach STERZING, wo der Wandersmann Füße und Socken lüftete und ein leckeres Eis leckte. Frohen Mutes lief ich übers Tagesziel hinaus an der Burg Sprechenstein und der Thumburg vorbei bis STILFES: Sterzing Rast in Sterzing
  
Pension Stilferhof, Tel. (0472) 647 212, Zi. ohne Frühstück € 25,- OK.
   (Hotel Wieser, auch in Stilfes, Tel. (0472) 647 116, sehr feines Haus, wo ich für nur € 6,- opulent          frühstückte, ÜF kosten € 50,-, die es bestimmt wert sind.)  -oder-
   (Saxlhof, Tel. 0472-647 051, ÜF 28,- OK, laut “Georg”, Radler)

Tag 12, Stilfes - Vahrner See (statt Sterzing - Franzensfeste):
Wo der Kreuzweg “Nr. 16” halbrechts leicht aufwärts vom Radweg abgeht, ein roter Helm zischt grad vorbei, wählte ich ersteren, s. Schilderbaum, weil ich ihn für romantischer hielt. Auf Beton treten mit “sst-ssst-sst” und Autos könnt Ihr noch genug. Es geht durch einsamen Wald hoch bis etwa Höhe 985 m, dann waagerecht weiter, den Schildern nach “Niederried” folgend. Wieder auf der Straße gehts rechts hoch in 5 Min. bis NIEDERRIED. Die Variante war schön, nicht nur wegen der schönen Materln. einem schönen Blick auf die  Wieder auf dem Rad(-und Wander)weg, frisch markiert, sieht man bergab die  Sachsenklemme und hinter dem Ort Franzensfeste die Kaserne. Im Ort FRANZENSFESTE “ ... der Eisack rauscht heraus” (Lied) ist nicht viel los, immerhin ein Bahnhof. Ich will auf dem “Amt” Quartier-Infos einholen, am Dienstag nachmittag um 3: zu! “Dienstags ist nur vormittags auf” - oh bella Italia.
   durch die Schranke hoch!   den Kreuzweg hoch ist schöner!   Kreuzweg   alles geregelt!

                                                                                 0Bahn, Radlweg, Sachsenklemme   Sachsenklemme; Kaserne   Ort Franzensfeste

   (“Hotel Post Reifer”, Franzensfeste, Buch-Tipp, lebt wohl noch vom Ruhm vergangener Tage und wäre für
     €  50,- ÜF “ziemlich abgerissen”, sagt “Ulla” aus Münster vom Tag 13, die dort logierte.)

So knipse ich, bereits im Abendlicht, trotz “Fotografierverbot”, die große “Untere Festung” und die “alte Festung”. Wenn Ihr an der Autobahn ein erinnerungsschweres “VAHRN .... CORTINA...” “Dolomiti”-Schild (Dolomitenhöhenwege, Alta Via; 1, 2, 8,9, - - - - “schön war die Zeit!”) seht, -nicht- über die Radler-Autobahnbrücke gehen, sondern direkt davor halbrechts runter, ein kleiner Schotterweg zum idyllischen VAHRNER SEE, der 2 (!) Quartierhäuser, nicht eins, hat. Allerdings liegt keines “am” See, sondern “am Schilf”. Geht am Ufer -rechts- rum und Ihr kommt zum
    
      “Restaurant ... Camping zum See”, Tel. 0039 (0) 472-832 169, Zi: naja, F. i. O, viele “Chefs”,
         keiner räumt richtig auf oder ab, € 25,- , daher OK.
       (Gasthaus am Vahrner See, Tel. 0472-30041, nette alte Dame als Chefin, alles blitzsauber,
         ÜF € 30,- ist vermutlich besser.)
     Untere Festung     alte Festung     "Dolomiti"-Erinnerungen     Vahrner See

Tag 13, Vahrner See - Klausen:
Wir laufen Richtung Eisen- und Autobahn, passieren das “am/zum - Schild”, unterqueren Bahn und Autobahn und laufen hoch zur Brennerstraße. S. 60, 1. Absatz, Ende: “überqueren ...” -nicht-! Ihr seht an der dortigen Kreuzung ein amtliches “am/zum - Schild” ohne Gitarre. Geht dort rechts ab 300 m nach S, dann links rein und auf Nr. “1” mit einem schönen Blick auf die ersten Weinberge, vor uns im Tal liegt BRIXEN. Nun sind wir richtig in Südtirol. Oh Gott - von weitem eine Frau mit Rucksack; die wird doch nicht ...? Ich pfeife durch die Finger und winke: doch! Es ist “Ulla” aus Münster, die 2. Goethe-Begegnung, die den Weg auch in Teilstücken läuft, diesmal von Innsbruck bis Bozen. Sie hat sich laut S. 60 “ ... überqueren wir” natürlich verlaufen.
 zum / am Vahrner See Schild oben: "zum / am Vahrner See" erster Weinberg "on tour" Blick auf Brixen "Ulla" hat sich verlaufen

Wir gehen zusammen bis zum imposanten Kloster Neustift (Hintereingang) mit einem wunderschönen Innenhof und vielen Leuten. In der in der Kirche ausgelegten BIBEL suche ich den Spruch “ ... und sie hatten keinen Wein mehr”, den viele trocken-sitzende Musikanten gern gebrauchen und - finde ihn leider nicht. Vielleicht hilft mir jemand, das wäre nett. Ein alter Stich gibt eine Gesamtdarstellung des Klosters und der anschließende Bergaufmarsch einen Rückblick darauf.
  Kloster Neustift; Hintereingang Kloster Neustift; Innenhof Kloster Neustift; Vorhof Kloster Neustift; alter Stich Kloster Neustift vom Berg aus

S. 61 unten: nicht “ ... die erste Querstraße rechts”, sondern -hinter- der Feuerwehr rechts rein, die Stiege neben dem Bächlein hoch, durch die Unterführung und Ihr seid in der (Via) OBERDORF. Dort sehr Ihr Nr. “3” und “15”. Auf Nr. “15” geht es an Südfrüchten vorbei, die Feigen tragen schon zum zweiten Mal, auf ausichtsreichem Weg, SSO, nach KRANEBITT und wieder runter nach BRIXEN. Neben einer “Casa Strudel” gibt es auf dem Markt alles aus Südtirol: Steinpilze, Wein, Obst usw.. Wie schon früher tafele ich auch diesmal beim “Finsterwirt”. Hintergrund: die Mönche durften erst bei Dunkelheit Wein zu sich nehmen, so machten sie am Nachmittag die Fensterläden zu. Ob auch das Fluchverbot umgangen wird?
     Brixen   "Casa Strudel"   Pilze, Obst, Wein                             Einkehr beim "Finsterwirt"   Fluchverbot

Der Waldweg zwischen ALBEINS und MILLAND ist ein ziemlicher Hatscher, rauf-runter-rauf über den “Totenstein”, naja, soo schlimm war’s nun wieder nicht, Höhe 550, und nach weiterem langem und bangem (verlaufen?) Treten kehre ich endlich ein im

     (Gasthaus  “Weißes Rössl”, Tel. 0472-847 555, saubere Zimmer mit Du/WC, nur € 24,-)

Ein abendlicher Blick auf Kloster Säben, dann war noch der
“2. Alpen-Duathlon” mit einem müden Wanderer wonach es in KLAUSEN (nicht im Buchtext!?) auf die lästige Quartiersuche ging. Das beeindruckende Kloster Neustift, der lange Aufenthalt in Brixen (Internet geguckt, Foto-CD brennen lassen) und das letzte rauf-runter-rauf haben Zeit und Kraft gekostet. Ein Glücksfall in vieler Hinsicht:

       “Gasthaus Walther v. d. Vogelweide”, Tel. (0472) 847 369, sehr schönes großes Zimmer mit                                ebensolchem Bad, opulentes Frühstück, € 39,-
( + )

  Gasthaus Weißes Rössl  ( + ) Kloster Säben  . . .  jetzt noch 'n Alpenmarathon?       Hotel-Gasthof "Walther v. d. Vogelweide" W.v.d.V; schönes Zimmer mit Bad W. v. d. V; großes Frühstück

Ich singe auf der schönen Terrasse zur Gitarre, den Leuten gefällts, und die nette Wirtin zahlt meine Getränke. Hier würde ich auch mal Urlaub machen, wenn’s sich ergibt.

Tag 14, Klausen - Bozen:
Ein Blick auf das Schloss Branzoll und ein Gang über den Markt, dann kommt heute nur noch Beton. Lange vor Goethe war Albrecht Dürer hier und malte 1494 diese “Passstraße in den Alpen”, vergleicht sie mit der
Heute-Ansicht. S. 64 unten: “ ... nach 21 km ...” seid Ihr in Bozen, nur 13 sind es bis Völsersteig, wo gegenüber ein Quartier ist:

         ( “Gasthof - Pizzeria STEG”, Tel. (0471) 353 117, ÜF 35,- )

   Klausen; Schloss Branzoll   Klausen; Markttag                                     Dürer; "Passstraße inden Alpen" "Passstraße ..." heute  

Das Radlerbier dort zu den obligatorischen Spaghetti war, neben den schönen Aussichten natürlich, z. B. auf die Trostburg, das schönste an der Etappe. Dann wieder Beton, nur Rad-, “und Wander” war wieder keiner zu sehen. Ihr lauft auch durch einen aufgegebenen Eisenbahntunnel und an einem von Idealisten aufgebauten Mini-Dorf vorbei schließlich bis BOZEN mit dem Waltherplatz, benannt nach dem Quartier von Tag 13 ;-)  echt; es ist “Walther von der Vogelweide”, einem großen deutschen Dichter des Mittelalters, gewidmet (Guugel weiß alles). An einer Ecke folgt man dem Artikel in FOCUS Nr. 37/2007 “Wasserhahn statt Evian”. Wieso der Verfasser generell von Brunnenwasser abrät, ist mir nicht erklärlich. Euch? Auch hier gibt es eine “Via Goethe”, an deren oberem Ende der Wanderhans im “Brauereiausschank Forst” Halbzeit feierte.                                                      Trostburg   früher Bahn, heute Radler   Mini-Dorf

                           Waltherplatz (W. v.d. Vogelweide)   "Wasserhahn statt Evian!" (Focus)   Bozen;  "Via Goethe"   Halbzeit im Brauereiausschank FORST

       Kolpinghaus, Adolf-Kolping-Str. 3, zentral gelegen, Tel. (0471) 308 400, feines Haus,
       schöne Zi., gutes F., trotzdem mit € 60,- , der Herr beim Einchecken verlangte sogar 70,-, die der                      andere Herr beim Auschecken aber nicht abzog, für “Kolping”, also religiös, ziemlich hoch 
( - )

Tipp daher: mit dem Zug nach SALURN, s. u., wo Quartier -und- Verpflegung weitaus billiger sind, und wieder zurück nach BOZEN.

Tag 15, Bozen - Salurn:
Zu “Olympiazentrum” und “Zusammenfluß von Etsch und Talfer”: s. D). Folgt den -braunen- Radl-Schildern nach “Trento - Meran”. Dort stehen 31 km statt 28 im Buch. Es regnet in Strömen. Auf dem “Rad- und ...” sieht man wieder den roten 3-Zack, der mir u. a. auf dem --> “Maximiliansweg” und auf dem “Nach-Urlaub nebst Gattin” am Beginn des “Rad- und ...” in Vicenza begegnete; wer weiß was davon? Nach 2 Stunden auf Beton hört der  “Rad- und ...” auf, es geht über die Etsch und weiter bergab. Rechterhand kommt bald das riesige “Safetycenter”, ne Art TÜV mit Gocartbahn für kleine Schumis und Einkehr. Kurz vor BRANZOLL geht es links ab über die Etsch mit dem guten “Cafe Restaurant zur “Brücke”, zu Lafers gehörend. Es gibt “Bandnudeln mit Rehragout” dazu 1/4 Südtiroler Chardonnay; lecker und eine sehr nette Wirtin. Nach einem kurzen Anruf in der Redaktion schickt man die nette Reporterin Frau Höller nach dem Ort AUER, fernab der Strecke, die ein Interview und ein Foto macht, das tags drauf in der Zeitung DOLOMITEN erscheint.

  wer kennt den roten DREIZACK? Safety-Center "Cafe Restaurant zur Brücke" bei LAFERS             Frau Höller von der "Dolomiten-Zeitung" "Auf den Spuren Goethes"
Auf dem ewig geraden “Rad- und ...” überhole ich eine Wanderraupe, sonst leider niemanden. Wanderer gibt es keine, die Radler zischen vorbei. Weiter gehts auf dem Damm, wo bald ein Grenzstein mit 123 km Etsch-Adige (Laufstrecke ab Ursprung, nicht ab Bozen, siehe D) kommt und ein schöner Blick auf den westlichen Gegenhang. Dank der Hilfe in der Pizzeria “Jolly” in SALURN, wo ich “Spaghetti pomodoro” für nur € 5,- (!) und 1/4 Roten für nur € 2,00 (!) genieße, komme ich sehr gut unter im

     Jugendhaus Noldin für nur € 26,00 (!) mit schönem Zimmer und gutem Frühstück, großes Haus                         mit religiösem Ursprung, gedacht für Schulklassen, Verbände, Tagungen, “Kindersingwochen” (!),
       es war leider grad keine, aber auch Radler und Wanderer, Tel. (0471) 884 356,
( + )

   Rad- und Wander(!)weg vor Salurn   Wanderraupe   Rad- (und Wander?) weg   die Etsch hat hier schon 123 km!   "Jugendhaus Noldin";  Salurn    
Tag 16, Salurn - Trento:
“Endlos sind jene Straßen” (Nerother-Lied), ein Schild “Ciclabile”, von “und Wander-” steht nix mehr drauf. 2 Stunden Gemüse, Mais, Spargel, mit eitel Sonnenschein, man siehts, vorbei an der Haderburg und dicken Brocken. Der starke Rückenwind erfreut die Bergab-Radler, die nun noch schneller sind: “sst - sst - sst”! Ein Schild mahnt sogar: “Die Wanderer dürfen die Radfahrer nicht behindern”. Vermutlich hatten bereits Wanderer die Radler über-fahren, nein, das geht ja nicht, vielleicht “über-laufen”? Es fehlt dagegen: “Die Radler dürfen die Wanderer nicht rasieren”. Da wisst Ihr, woran Ihr seid.
 
 " ... die wir geschritten sind ... " (VIDEO 1,5 MB)                "Ciclabile", nix "Pedonale"   Haderburg nach Salurn   gegenüber dicke Brocken            
Eine Stele begrüßt den Wandersmann im Trentino, danach eine alte Burg am Gegenhang. Weiter auf dem langen Radlweg links der Etsch  kommt Ihr bald in die Nähe von LAVIS, wo ihr aber die eingezeichnete Schleife nicht mehr machen müsst, weil ein krachneue Brücke “Ciclo Pedonale” dies erspart. Grazie!

       Willkommen im Trentino!   Burg vor Trento   die Etsch   Bahn-, Radl- und Fußgängerbrücke vor LAVIS

Endlich begrüßt uns in TRENTO (Trient) die mächtige Burg Buonconsiglio, wo im Mittelalter das Konzil, also die kirchliche Weltmacht, tagte und ein Reporter im Gartenlokal direkt davor ein weiteres Interview machte, --> Tag 17. Abends auf der Piazza war mächtig was los, ein wunderschöner lauer Sommerabend vor einem “Torre blue”.

                       Trento; Schloss Buonconsiglio   Trento; laue Sommernacht . . .   Trento; "bella italia!"

       Ostello “Giovane Europa”, also Jugendherberge, direkt am Bahnhof, im 4-Mann-Zimmer, es mieft                       nur etwas nach Socken, mit Du/WC, F knapp ausreichend, € 18,-, (!) Tel. (0461) 26 34 84,
( + )

Tag 17, Trento - Rovereto:
“Sonntags ist’s...” und ich habe trotz Socken ..., Bahn, Discoheimkehrer usw. gut geschlafen. Am Kiosk zeigt mir eine liebe Signora ein Exemplar von  “L‘ Adige”  mit dem Interview von gestern. Auf dem “Cicla” begegnet mir Chris aus Malaysia, einer von 4-en im letzten Quartier, 43, verw., Zimmermann und Weltenbummler: 3 Monate Holzhäuser in Alaska gebaut + 2 Monate Urlaub in Dalmatien und hier, einer der wenigen menschlichen Kontakte. Man hört den schönen Weiherkiosk, bevor man ihn sieht; das Radio plärrt laut, aber sonst ist es schön: Bikinis, Angler, Sonnenschirme und eine lustige Speisekarte:
“Piccantino:
* Sosse à la Schwiegermutser, * Baynischer Käse, * Veronesr Salami”,

dazu u. a.: “Vino della casa” (Sektglas voll) € 0,80. Da kehr’ ich ein, nur “Gitarre” mag er nicht.
Eine mächtige Burg grüßt vom Gegenhang.

   Signora mit "Wanderhans-Zeitung"     "L' Adige" mit Wanderhans; 16.9.2009     Chris aus Malaysia     17-3421weiher-kiosk     ... noch ene Burg

Die versprochene Einkehr in MATERELLO fand ich nicht. Ein Schild “200 m Pizzeria, Zimmer, Radlerrast” brachte mir 3 zusätzliche km, aber keine Einkehr ein, das große Lokal, direkt an der Straße Trento-Rovereto gelegen, ist schon lange tot. Nur die Schilder stehen und hängen noch alle ... Nach erfolgreicher Quartiersuche und großer Wäsche mit Pulver vom Chef (+) diniere ich im TRIVIO, bestes und einziges Haus, außer chinesisch, am Platze. Ich spiele im Innenhof auf, singe dazu, und ein junges Paar aus Basel (!) zahlt meine ganze Zeche. Sie sind für eine Woche als Restauratoren abkommandiert, sie für Malereien, er für Bildhauereien. Eine Frau kommt aus dem Lokal zu mir herauf: “Ich habe drin gehört, Sie singen deutsche Lieder ...”. Auf dem Heimweg um 1/2 11 sitzt noch ein Paar vor der Bar am Brunnenplatz, der Mann winkt zu mir, ich gehe hin und er sagt, er habe mich heute in der “L’ Adige” gesehen und zu seiner Bekannten (?) gesagt: “Den möcht ich gern mal kennenlernen”. Er heißt “To” und ist Kunstmaler, also kein Anstreicher. So hat er offensichtlich einen scharfen Blick. So klein ist die Welt. Die Frau war lange Krankenschwester in Deutschland und spricht noch gut deutsch. So trinken wir noch einen Absacker zusammen und singen “Wo der Wildbach rauscht ...” (Ton folgt!), bis uns der Wirt heimkomplimentiert.
                                             nächtlicher "Absacker"  in ROVERETO                     Zimmer im "Ostello" in ROVERETO  ( + )     2 Kasachen im Frühstücksraum

       Ostello di Rovereto Via Scuole, 16, 38068 Rovereto, blitzsauberes Zi, feines Bad,
       Tel. (0464) 400 959, oder 486 757, nur € 19,-/5-Bett-Zi, € 30,-/EZ,
( + ) Die jungen Leute im feinen                     Frühstücksraum sind aus Kasachstan. (Der Buch-Tipp “Hotel Rovereto” kostet € 85,- !)

Tag 18, Rovereto - Torbole:
Einkauf: Fußbalsam (guter Buch-Tipp!), Magnesium. Nach einigem hin und her finde ich endlich aus der Stadt und auf die Via Claudia Augusta, neben (!) der die Sandalenträger als Eroberer über den Reschenpass bis zur Donau zogen, denn -auf- dem Buckelpflaster kann man mit Sandalen nicht laufen. Man verlässt nun die Etsch und findet hoffentlich durch Weinberge den Weg nach MORI wo jeder sehen kann, was die riesige Kirchturmuhr geschlagen hat. Man passiert ein großes wildes Biotop und gewinnt nach kurzem Steilanstieg den Passo San Giovanni mit 2.870 (Dezi-) Metern. Noch etwas neben der Landstraße bergab, und unter uns liegt der wunderschöne Lago di Garda. Die Surfer flitzen hin und her und ich mache mich auf abenteuerliche Quartiersuche in TORBOLE.

   römische "Via Augusta"   Kirchturmuhr von MORI   großes Biotop

                   "Passo" zwischen Brennerfurche und Gardasee   Lago di Garda; Nordecke   Lago di Garda; Surferparadies   Torbole

Ich gehe, erstmals auf der Tour, ins tatsächlich mal geöffnete Infobüro. Ein feiner gut deutsch sprechender Schlipsträger führt mir seine neue elektronische Buchungsanlage vor. Wir finden ein Quartier, ich muss meine -Mastercard- vorlegen, er steckt sie irgendwo rein --> grünes Licht, Quartier bestätigt. Er druckt mir 4 Blatt (!) DIN A 4 aus, das oberste ist ein AUFTRAGSBESTÄTIGUNG. “Wir danken Ihnen ... und bestätigen hiermit ....”. Mit diesen Blättern gehe ich sofort ins gewählte und bestätigte Quartier, die “Pension Clara”, ein schönes Haus. “Buon giorno, sono ABEL”. “???” “Booking Camera in la vostra casa”. “Sorry, nix davon wisse - mier” (auf italienisch-englisch). Die Leute haben von der elektronischen Buchung und Bestätigung mit Mastercard (!) tatsächlich nichts gewusst. Das System spinnt, wenigstens war’s teuer und einer hat dran verdient. Der Wirt spendiert dem genervten Wandersmann ein eiskaltes Bier - Reihenrundruf ... und siehe: nebenan ist Platz, sogar billiger und trotzdem gut:
            
   Ostello  Villa Paola, B & B, Via Strada Granda, 3, 38068 Torbole, Tel. (0464) 505 223, € 30,-, OK

Tag 19, Torbole - Torri del Benaco:
Wieso Torbole? Nun, da ich vorher (und danach) jeden Meter per pedes zurückgelegt habe und GOETHE sich das auch erlaubte, reiste auch ich von Torbole nach MALCESINE per Schiff. Sein Name war Programm: “Brenner”. Die Menschenmenge vor der Gangway beim Zwischenstopp in LIMONE bewies, dass “Reisen bildet”, aber nur, wenn es auch umgesetzt wird. (Die erste Schlange , hauptsächlich Engländer, statt Knäuel wie in D, sah ich mit meiner Frau vor rund 40 Jahren an der Costa Brava im Sandstrand stehen, wo die Shuttleboote die Küste rauf und runter fuhren - schön.) Der Goethe hätte sich ja noch weiter rudern -lassen- (!), wenn nicht ein starker Gegenwind das verwehrt hätte. So bog man ab nach Malcesine, wo Goethe die Burg skizzierte und für kurze Zeit als Spion festgehalten wurde. Natürlich stieg auch ich dort aus und sah die “Italienische Reise” und “Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn”, ...”.

 Schiff "Brenner", das passt! LIMONE; Knäuel vorm Schiff       Burg Malcesine (Goethe) Goethe; "Italienische Reise" Goeteh als Spion "Kennst du das Land ..."                  

Beim Abmarsch traf ich an der schönen Strandpromenade die ersten WANDERER auf dieser Tour; Vater und Sohn aus D mit Zelt von den Vogesen (!) bis Verona. Sie waren gut drauf und haben das sicher geschafft.
Es folgen rund 2 “Wander”-Tage der besonderen Art: mit Ausnahme der schönen Strandpromenaden in den Touristenorten habt Ihr die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder gehts auf tiefem Kies oder Mauern am Strand entlang zwischen freien oder belegten Liegen, oder, wenn man das satt hat, auf der oberhalb gelegenen “B 249” auf dem linken Seiten-Strich, denn -streifen ist meist keiner da. Die 2.000 m hohe Gebirgskette lässt dafür auch keinen Platz, die fällt runter bis zum Strand. In PAI verdrückte ich in einem Pavillon die übliche Portion Spaghetti zu einem feinen Viertel “bianco casa”, was der hübschen Kellnerin mehrere waghalsige Sprünge über die erwähnte “B 249” einbrachte; die Albergo lag bergwärts der Straße. Da sonst kein Gast dabei war, gönnte ich Füßen, Schuhen und Socken, eine davon mit zweiter Lüftungsöffnung, etwas Frischluft.
Die Badegäste staunten über den gitarrensackbewehrten Strandläufer (VIDEO 2 MB), es war kein “kalifornischer” (Höneß über Klinsmann), bzw. den Mauerläufer (VIDEO 1 MB). Durch die “Kultur” in Malcesine und die erholsame Rast in PAI hatte ich etwas Zeit verloren, so kam ich erst bei “Sundown” nach TORRI DEL BENACO. Dort musizierte ich zum Dinner in einem der schönen Gartenlokale und auf dem Nachhauseweg nochmal vor einem anderen Ristorante - “bella Italia!” Es wurde spät, wie man an der riesigen Turmuhr sehen kann (?).
  deutscher Strandläufer (VIDEO 2 MB)    Mauerläufer (VIDEO 1 MB)    Einkehr mit Lüftung   Sundown am Lago di Garda   Torri del Benaco
        
           Hotel “Al Caval”, * * * , Via Gardesana, 186, Torri del Benaco,
           Tel. (045) 7225 666, schönes Zi + Bad + F,        € 52,-,     OK

Tag 20, Torri del Benaco - Sega:
Nach 3 Wochen Treten zeigt sich Verschleiß:
a) am Korpus; erst eine kleine Blase am linken Fersensporn, meine schwache Stelle, eine größere am rechten, die mich noch 3 Tage quält.
b) am Outfit: der linke Gitarrensack-Tragegurt reißt ab. Ich flicke ihn mit einigen Sicherheitsnadeln (Spengel) und halte ihn mit der linken Hand hinten hoch, was natürlich beim Gehen den natürlich Rythmus behindert.
Ausgangs Torri-- steht die wuchtige SCALIGERBURG und nach langem Marsch zwischen “Pest und Cholera” (s. Tag 19) erreiche ich das schöne BARDOLINO, verlasse den schönen Gardasee und somit “Pest” und laufe weiter auf “Cholera”, also Landstraße. Nach Überquerung der “B249” geht’s die Straße hoch Richtung Cavaion und man überquert den letzten “PASSO” der Tour. Auf der ewig langen Landstraße mit riesigen “Polenta”-Feldern schauen mich zwei Esel fragend an. Joo ...
 
   Torri del Benaco; Scaligerburg       Bardolino       Passo zw. Lago- und der Etsch       zwei Esel . . .

Nach CAVAION (Buchtipp Quartier!) und Überquerung der Autobahn folge ich leider nicht dem Buch ins “Wäldchen” mit 2 Varianten, sondern dem Rat zweier älterer Damen über eine lange Straße durch ein nicht enden wollendes Gewerbegebiet, Marmor ohne Ende, Zugabe 4 km, bis SEGA.

Problem Quartiersuche: Buchtipp lautet “Cavaion”. Leicht geschrieben, das sind 5 km - eine Strecke, wie Ihr sehen werdet. Wie hinkommen und morgen wieder zurück?! Die “Bar - Tabacchi” in Sega, vorher  anrufen!, war leider completo, so blieb nur:              
             Albergo Napoleone Via Napoleone, 59/61, Domegliara (!), 1,5 km ab Sega, über die Etsch,                             auf der Via Napoleone bis gegenüber der Mercedes-Niederlassung. Tel. (045) 686 1214, 20                              Fernfahrer und keine einzige Frau, :-(  nur 1 Abendessen statt Speisekarte, € 37,--  OK.
               (Bar - Tabacchi GHEDINI, Via G. >>Marconi, 21, Tel. (045) 6861 382, nur € 26,-)

Tag 21, “Sega” - VERONA:
 Zuerst die 1,5 km “Zugabe” von gestern wieder zurück nach Sega und auf den fast nur Euch gehörenden nagelneuen Radweg neben dem  Etsch-Kanal; eine Wohltat nach gestern, bis BUSSOLENGO. Immer rein in die schöne Stadt mit einem schönen kleinen Park mit Denkmal, Trinkbrunnen und schöner Aussicht. Erspart Euch meine Orientierungsversuche und fragt Euch durch bis zur ROXY-BAR direkt vor der Brücke über die Etsch nach PESCANTINA. Geht hinein und fragt nach dem neuen CICLO: die Sackgasse rein (!), dann rechts ab und Ihr seht ihn, sofern Ihr nicht die -unbeschilderte- Abzweigung nach rechts verfehlt:

     nagelneuer Rad- und ...-weg an der Etsch   Bussolengo,   Bussolengo; vor der Brücke rechts rein!   hinter der Roxy-Bar; rechts rein!   Radweg --> Verona; Etsch-Kanal

Auf auto- und auch sonst freiem Beton läuft Ihr am eingezäunten betonierten Adige Kanal bis zum
E-Werk, das Ihr rechts rum umgeht nach CHIEVO hinein, wo mich wieder mal GOETHE begrüßt. Am Ortseingang geht es links rein und Ihr seid wieder auf dem Ciclo, der nun gut ausgeschildert ist bis zur natürlichen Adige in VERONA führt; “buon giorno”, Foto-Stopp! Im Hintergrund seht Ihr das schöne CASTEL VECCHIO und gleich danach die belebte Piazza vor der Arena, wo heute abend eine lange Schlange auf den Einlass zu
“Notre dame de Paris” wartet. 3 Stunden später sieht man die feinen Herrschaften nachhause streben. Nach ermüdetem und ermüdendem Suchen beziehe ich Quartier:

             Hotel Europa, Via Roma, 8, Tel. (045) 594 744, direkt bei der Arena, neben dem
             “Teatro Filarmonico” (Konzerthaus), bei “Cash” statt Card gibt’s Rabatt!
             Statt € 60,- nur € 50,-     OK                     (am --> Tag 23 sehen wir uns wieder)

Tag 22, VERONA - Soave:
Solch eine riesige Schüssel, in der ich vorn allein auf der Bühne stehe, habe ich noch nie leergesungen. Zeitspartipp: Ab SO-Ecke der Arena die “Via Leoncino” nach SO bis zum Ende gehen, dort rechts über die “Ponte Navi”, dann seid Ihr wieder auf der Buch-Strecke.
Beton liegt vor uns; Schluß mit lustig. Am Ortsende von SAN MICHELE nehmt Ihr am besten (?) am großen Kreisel notgedrungen die linke Fahrspur und geht auf ihr “gegen den Strich” bis zur 3. Abzweigung, OSO. Seht Ihr in 1/2 km Entfernung eine große weiße Halle mit Bogendach, so stimmt’s, entlang der  SS 11 bis SAN MARTINO. Meine ausgestreckte Hand bedeutet nicht “Trampen”, sondern: “Ich würde gern über die Straße gehen”, denn Zebrastreifen veranlassen kaum einen Autofahrer zum Halten. Vor der Kirche auf dem gepflegten Rasen halte ich ein ebensolches Schläfchen. Am Ortsende von San Martino immer auf der Hauptstraße bleiben, es geht leicht bergan, das braune Schild “San Giacomo” ignorieren. Es kommt eine enge S-Kurve, teils nach N, danach wieder bergab, O.  Rechts von uns rauscht die Autobahn. “ ... auf dem Feldweg wandern” (Buch) geht kaum, es sind in 1,90 m Höhe Drahtverspannungen, wo ich mit dem Gitarrensack hängenbleibe, ich weiß, dass das nicht jedermanns Problem ist, andererseits enden diese Wege auch als Sackgasse in einer Mülldeponie. Das schönste auf der ganzen Strecke war, neben dem Schläfchen, beim Abstieg von SAN VITTORE ein Fernblick auf die Burg von SOAVE. Wo ist in einem Dorf (San Vittore, Buch) “unten”? Also: beim Denkmal in der Dorfmitte die Straße OSO runter und wieder hoch. Am “T” rechts ab, hinter dem Ortsschild  COLON  die Straße links abwärts, ohne “Kettenpflicht” ;-) (Schild) bis nach SOAVE mit stolzer Scaliger-Burg..
      
   . . .  leergesunge  :-(   auf der SS 11 nach Verona "Wanderer will über die Straße", nicht trampen! Soave von fern SOAVE, Scaligerburg                            
     Borgo Antico Affittacamere, Corso V. Emanuele, 43, Soave, Tel. (347) 040 5046, der Hausköter                       bellt nachts bis 12 und ab 5, Zi. + Bad sehr schön, Fön oder Trockner: “no”, nur kleiner Kaffee + 1                  Brötchen, extra Kaffee oder Brötchen kosten extra!, € 40,--,
( - )

Tag 23, Soave - Altavilla:
Beim morgendlichen Abmarsch treffe ich vor der Burg auf eine starke Radlergruppe aus Kelheim, die die schönen “Rad- und...” ausgiebig nutzt. Buch S. 100 oben: “ ... kaum ein Tourist verirrt sich je auf unsere Wege”. Stimmt. Und wenn sich einer verirrt, verirrt er sich :-) Es geht 4 x über die Autobahn. Dazu noch: auf der Karte ist 2 x “Montebello”, der obere Ort heißt “Monticello”. Den Abstecher nach SAN BONIFACIO, im Text, aber nicht in der Karte (!), habe ich mir erspart, die Navigation ist schwierig genug. Dem Wanderer bleibt die Landstraße mit einer alten Kapelle und auch mal eine viel und schnell befahrene Straßenbrücke. Ab “Santa Giustina” (Buch) herrscht Chaos pur. Ich finde mich auf einer Traktorspur und schließlich mal wieder auf dem Bahnkörper. Meine Notizen bis dahin gebe ich hier nicht wieder, es war eine heiße Sache. Da sind widersprüchliche Verkehrsschilder schon eher lustig. VERONA die 2-te? Ja. Zu allem Verdruß ist ALTA VILLA “tutto completo”, + Zeit und km, weil in Vicenza Schmuckmesse ist! So kriege ich auf den letzten Drücker im Kiosk am Bahnhof von einem netten Fräulein eine Fahrkarte nach Verona zurück --> Bahnhof --> Hotel. Also ... “genußvoll wandern” - ich weiß nicht ...

              
  Soave; Kelheimer Radler Straße, Kapelle, Gitarre . . .  . . . hier gehts lang! "Bahnwanderstrecke" ital. Schilderrätsel
              
               Hotel Europa, Via Roma, 8, Tel. (045) 594 744, direkt bei der Arena, neben dem
             “Teatro Filarmonico” (Konzerthaus), bei “Cash” gibt’s Rabatt!        € 55,-     OK

Tag 24: Altavilla - “Longare”:

Sonntag, 13. Sept. 2009. Vor dem “Wandergenuß” kommt zuerst der inzwischen nicht mehr lästige, sondern verhasste “Shuttleverkehr” zum Etappenziel: > 1 km zum Bahnhof Verona, auf den Zug warten, > Fahrt bis Vicenza (hält nicht in Altavilla!) > mit dem Taxi (€ 17,-) zurück nach Altavilla.
Dazu kommt: * Blasen an beiden Versenspornen, * in “Longare” gibt’s kein Quartier, * sonntags fahren selten Busse, * ich sitze am Abend im Wartehaus und der Bus fährt vorbei: man muss am Bordstein stehen und winken, auch bei Regen! Die Leute im schönen Park von VICENZA zeigen mir, dass man einen Sonnen-Sonntag auch anders verbringen kann. Die “Basilica Palladiana”, von “Palladio” nach dem Gewinn eines Architektenwettbewerbs als Rathaus gebaut sowie viele andere schöne Palazzi lassen Mühen vergessen. Sinnend schaut “Palladio” auf seinem Sockel in die Ferne, den Ratgeber (?) zu seinen Füßen. Vielleicht weiß er nicht wo’s lang geht. Auf Rad- und Landstraße findet man relativ leicht nicht (Buch)  “ in Richtung Osten nach >Debbra< ..” sondern Richtung Süden über >Debba<, das nicht auf der Karte steht, nach LONGARE, ein ziemlich totes Nest mit einer großen Kirche und einer Pizzeria.
Quartier? Nix! So verbringe ich meine Zeit mit dem Abschreiben von (italienischen!) Bus-Fahrplänen und Telefonnummern von “Agritourismo”-Quartieren in der Umgebung, die nur zu Fuß oder Taxi zu erreichen sind. Mit Ausnahme meines Quartiers meldeten sich bei diesen niemand oder nur ein Tonband. Toll! Der Quartierchef hat Erbarmen mit dem gestrandeten Wanderer und holt mich in Longar-a ab, wohin ich per Bus 5 km “rückwärts” fuhr. So kam ich in den einsam aber schön gelegenen Hof, von dem ich noch 2 x 1 km mit meinem “Elefantenfuß”, der dadurch auch nicht dünner wurde, für ein Abendessen in “Arcugnano” zurücklegte. Ein Waschtisch mit “Brems- und Gaspedal” in meinem Quartier erzeugte trotzdem noch einen Lacher.

                      
 Parkl in VICENZA VICENZA; Basilika von Palladio Paaladio: "wohin ... ?" Longar-ee! Busfahrplan, "tote"Quartiere . . . Waschtisch mit Kupplung und Gas!

             “Agriturismo il Lago”, Via Monticello, 47, Arcugnano, Tel. (0444) 273 528 + 273 194,
             Wirt macht Zubringerdienst!, Zi. + F. OK,  € 40,-,  
( + )

Tag 25, “Longare” - PADUA:
Tiefpunkt der Tour
(nicht geographisch):
 * Elefantenfuß,
 * 2 Blasen,
 * Gitarrensackgurt gerissen,
 * 5 km abseits vom Start,
 * es regnet.
Wie immer piepst um 7 Uhr der Handy-Wecker. Ich betrachte meinen dicken Fuß, knipse ihn mal und denke “Was ist, wenn ...?”: aufgeben und heimfahren, 1 - 2 Tage pausieren oder - erst mal frühstücken. Dort sitzen auch 4 feingekleidete Herren, Kaufleute auf der quartierverschlingenden Gold- und Schmuckmesse in Vicenza, der weltgößten, 11.000 Menschen leben dort vom Schmuck (!), die nehmen mich in ihrem Auto erst mal mit nach Longar-a (!). Nach einem Telefonat mit meinem “Leibarzt”, Danke Heinz!, erwerbe ich dort “Diclofenac”-Tabletten sowie italienischen “Franzbranntwein”, mit dem ich das Gelenk ab und zu einreibe. Ab zur Bushaltestelle, der Bus kommt. Ich sage deutlich “Longar-ee”, er murmelt was von “no Debba”, aber da will ich ja nicht hin. Mit dem Ticket für € 2,- geht’s ab bis - 2 km vor Longar-e. Ende. Einspruch natürlich zwecklos. Per Autostopp nimmt mich schließlich ein Ehepaar mit nach Longar-e, wo ich dann  um 1/2 11 endlich mein Tagwerk beginne. Die verlorene Zeit fehlt mir natürlich bei Ruhepausen und “Sanitätsdienst”.
Also versuchen wir’s mal: 7 km Straße treten - mit obigen Handycaps; in der rechten Hand den Regenschirm - linke Hand unterm Gitarrensack, mit dem ich auch meine anderen Ferntouren, s. www--, absolviert habe, und der für solche Sachen halt nicht ausgelegt ist,
“genußvoll” zu wandern.

So “wandere ich genußvoll”, ohne “meinen Hund zu baden” (Buch, S. 109), im Herzen immer noch frohgemut, über COLZE mit dem hohen Kirchturm aus dem Buch auf einer regennassen Landstraße mit LKW-Verkehr, was auch ab und zu noch eine “Seitendusche” einbringt. Als irgendwo auf der öden Strecke ein Haus mit venezianischer Fahne auftaucht, gibt mir das weiteren Auftrieb: - - - - - - - -  - - - - - - - -   “Venedig in Sicht!”

   Tag 25;  rechter Fuß um 16 Uhr   Kirche in COLCE   Regenläufer   . . . noch 'n Palazzo   "Hurra, Venedig in Sicht!"

Weiter über endlose Straßen erreiche ich, was soll ich in “Fiesso d’Artico”, wo ich von quartierlosen Etappenzielen die Nase schon voll hab, in der Dunkelheit PADUA. Der Flickschuster wollte meinen Gitarrensack nicht sofort flicken, er hat Terminarbeit. Aber ein Polizist begrüßt vor der “Capellato Pedrocchi” mit dem gleichnamigen berühmten Café, den späten Gast mit Handschlag, der grad noch den “Palazzo Communale” knipst. Auf der späten Suche nach etwas essbarem, Padua ist nachts ziemlich tot, treffe ich tatsächlich 2 Goethe-Wanderer, Geographiestudenten aus Leipzig. Sie wanderten die Teilstrecke Gardasee - Padua ohne Buch, nur nach den Aufzeichnungen eines Mit-Buch-Wanderers. Respekt! Sie beschwerten sich, dass manche Wirte oder Quartiergebr sie wegen ihres etwas alternativen Aussehens abgewiesen hätte. Der Schein trügt also manchmal. Im Hotelaufzug knipse ich einen “fertigen” Wanderer. Auf einer solchen Tour ist nicht alles “tralala”. Der dicke Fuß - ist noch dick, zum hochlegen war keine Zeit.

   Schuster in Padua   "Benvenuti in PADOVA"   PADUA; Palazzo Communale   2 Geographiestud. aus Leipzig   "fertiger" Goethewanderer

               “Hotel Pellegrino”, Via M. Cesarotti (direkt beim Dom), Tel. (049) 823 9711,
               Ü € 46,-, F. (ganz toll!) € 7,-, = € 53,-, OK!                                                     

Tag 26, PADUA - Fiesso d’Artico:
Die Glocken der “Basilica di San Antonio” wecken mich, der dicke Fuß ist etwas dünner. Die Kioske vorm Dom bieten verkaufen neben Kerzen und Rosenkränzen 100-fach geklonte Antonius-se in allen Größen. Ich besuche natürlich den berühmten Botanischen Garten der Universität mit dem weltweit ältesten Kräutergarten, riesigen grünen schwimmenden “Backblechen” und der berühmten fast 10 m hohen GOETHE-Palme im Glashaus, die bereits 1585, also 200 Jahre vor seiner “Italienischen Reise”, gepflanzt wurde. Sehr interessant das alles:

   PADUA; "Basilica del Santo"   Antonius-se (für Oma)                   PADUA; botanischer Garten   Botan. Garten; "Backbleche"   "Goethe-Palme"

Nach dem riesigen “Prato della Valle” mit Park und breitem Kanal beginnt zumindest ungefährliches “Wandern” durch den breiten Wohn- und Industriegürtel von Padua auf Bürgersteigen sowie auf dem “Rad- und ...” am Kanal entlang. Die im Buch (S. 26, oben) versprochenen “diversen Fischrestaurants am Kanal” sind, um 3 Uhr, zu. In STRA warb vor einem der zahlreichen Villen ein lustiges Plakat für
eine, nicht heilige, Hochzeitsmesse. Ich bekam auch was zu essen und eine Nylontüte mit Eiswürfeln für meinen dicken Fuß. Dem tat’s gut, mir auch. Beim Weitermarsch entlang der “SS 11” kommt linkerhand zuerst ein “Gartentor”, dann die prächtige VILLA PISANI, wo sich Hitler und Mussolini 1934 zu ihrem Pakt “Achse Berlin - Rom”, trafen (der allerdings nicht so lange hielt).

                      
   PADUA; Prato delle Valle   Rad- und -weg am Brenta-Kanal nach Venedig   "Braut auf Ehemann-Fang"           STRA; "Gartentürche" der Villa PisaniSTRA; Villa Pisani




   Hotel-Ristorante Belvedere, Via Riviera del Brenta, 147, Fiesso d’Artico, Tel. (041) 516 0937,
     € 50,-. Der Chef gibt mir Waschpulver und zeigt mir den Hof zum Aufhängen, als ich mit der                            nassen Wäsche runterkomme, macht die Signora Fissematenten, das wäre nicht erlaubt usw..
     Ich muss energisch den “Chef” anfordern. Morgens erhalte ich die Wäsche trocken; knappes  OK.

Tag 27, letzter “Wandertag”, Fiesso d’Artico - Fusina:
Gewitter, Regen, Straße treten mit “Seitendusche” oder nasser, hochbewachsener, kaum noch erkennbarer Trampelpfad entlang dem Brenta-Kanal; Pest oder Cholera? Wieder ein beschirmter Blick auf einen Palazzo - und noch ein Lichtblick: plötzlich sehe ich 2 “Mädchen” 100 m vor mir mit großen Rucksäcken. Das werden doch keine Wanderer sein? Da ich zum Rennen weder Lust noch Kondition habe, pfeife ich durch die Finger: “huitt!”. Die zwei warten und entpuppen sich als ansehnliche junge Frauen aus Hannover. Ich frage “Goethewanderer?” “Ja!” “L - - - !” entfährt es mir, Pardon! Sie sind auf dem letzten Teilstück Gardasee - Venedig. Vorjahre: München - Mittenwald, Mittenwald - Sterzing, Sterzing - Gardasee. Wir wechseln mal, diesmal zu dritt, auf den “Trampelpfad”, nass bis auf die Haut sind wir ohnehin, aber der Pfad endet in hohem Gras, noch schnell ein Foto und wieder auf die Straße mit “Seitendusche”. Die zwei haben mich mit ihrer unkaputtbaren guten Laune angesteckt: “Humor ist, wenn man trotzdem läuft”. “Wie fandet Ihr die Navigation?” Sie schauen sich kurz an und lachen. “Irgendwann haben wir es aufgegeben (nach dem Buch) und sind nur noch “so” gelaufen. Wir haben die vielen netten und hilfsbereiten Leute gefragt, das hat meistens gepasst.”

     Straße + Brentakanal      ... noch 'n Palazzo!                     "genussvoll wandern  . . . "    . . .  mit Seitendusche    

Ich muss “Mittag” machen, Pause, Klamotten trocknen, Fußpflege, die zwei sind durchnässt, sie geben mir einen guten Übernachtungstipp in Malcontenta und laufen pausenlos weiter. Mit besserer Laune laufe ich nach Malcontenta, buche mein Quartier, s. u., und laufe weiter bis zum Ziel: FUSINA. Wie kann man dort ein Etappenziel anlegen?! Nur Industriegelände, ein großer Campingplatz, eine Würstchenbude, ein verfallender Altbau und eine Schiffsanlegestelle! Quartier: nix. Der Buchtipp, “I-Ca’Noghera” liegt über Malcontenta > SR 11 > E 65 > A 27 > SS 14, rund 20 km weg, siehe
Guugel, und ist nur per Taxi zu erreichen oder, wenn überhaupt, in einer Tagesreise mit 4 oder 5 verschiedenen Bussen, wobei man im BUS und in Fusina keine (!) Fahrkarte kaufen kann, und somit nur Schwarzfahren bleibt. Glücklicherweise kriege ich noch den letzten Bus, wenn auch als Schwarzfahrer, nach MALCONTENTA, wo ich mit den beiden jungen Frauen in der Pizzeria neben der “Tabacchi-Bar” nett tafele, wonach wir ein 3-stimmiges Tischkonzert abhalten. Eine Gruppe rumänischer Frauen wünscht sich u. a. “Rote Lippen”, wonach sie uns einen Krug Roten spendieren. Einen schöneren Abschluss kann man sich nicht wünschen. Auf dem Nachhauseweg singen wir noch zusammen “Ade zur guten Nacht”; Romantik pur.
                                 Zieleinlauf nach "Fusina" (!)   Fusina; Campingplatz und Fähre, sonst nix             "Ende gut - alles gut"
  
           Hotel Ristorante Bepi Ciosoto, Via Malcanton, 3, Malcontenta,
             Tel. (041) 698 997, € 45,-, Zi, Bad und F OK

Tipp: von FUSINA direkt mit der nächsten Fähre nach VENEDIG fahren. Alles andere wäre Unsinn.

Tag 28 Fusina - VENEDIG:
Beim gemeinsamen Frühstück gratulieren wir “Geburtstags-Katrin” zu demselben und die beiden singen ihr wunderschönes Abschiedslied, wie immer zum Abschluss einer gemeinsamen Tour (Audio folgt, wenn ich’s hinkriege). Sie schreiben noch in mein Tagebuch, das ich vereinbarungsgemäüß erst zuhause lese - und mich sehr drüber freue. Am Kanal in Malcontenta, “nomen est omen” stimmt hier nicht, wir waren “gut zufrieden”, verabschieden wir uns, bei Katrin sieht man noch den Geburtstagsstrauß von “Tanja Badeschlappe” (gemäß den 2 Fotos von Tag 27). Sie laufen auch das letzte Teilstück nach Fusina, ich fahre mit dem Bus, einmal laufen reicht und per Fähre endlich nach
“La bella Venezia” (VIDEO 2 MB) wuunderschön! Leider sehen wir uns somit im Gewimmel der Piazza San Marco oder bei der Rialtobrücke nicht mehr. So lege ich in einem von den lauernden Oberkellnern unbewachten Augenblick am äußersten teuren Sitzplatz der “Konzertterrasse” schnell meine Füße auf die Stuhllehne und knipse sie samt der “Basilica di San Marco” selbst. Der “Parco delle Rimembranze” (Buch) erscheint mir bei der Vielzahl von weltbekannten Sehenswürdigkeiten entbehrlich. Nach langer Suche erstehe ich ein (zu) kleines Souvenir für meine Frau, esse einfach wie immer, obwohl mir meine Frau eindringlich riet, “gudd esse” zu gehn. Ich kann einfach nicht anders und - lege mich müde und glücklich zu Bett;

“Ich habe fertig!”

 Tanja und Katrin beim Abschiedslied Abschied in Malcontenta; Brenta-Kanal " . . .  bella Venezia!" Rialtobrücke zwei  47-er auf dem Markusplatz

                 Hotel Guerrini, * * , Lista di Spagna, 265 (Nähe Bahnhof),
                 Tel. (041) 715 333, € 60,-. Venedig! Daher knapp    OK

(
Tag 29) VENEDIG - St. Ingbert:
Ich verabschiede mich vom in der Frühe noch
nebelverhangenen Venedig und fahre in der Frühe mit 3 Fahrscheinen, die ich für zusammen € 183,- (!) natürlich am Vortag gekauft habe, mit 4 Zügen über  MILANO >  LUZERN >  MANNHEIM > nach SAARBRÜCKEN, wo mich meine Frau am Bahnsteig um 23.00 Uhr abholt. Das war’s mal für 2009, “Schau’n mer mal!”



D ) Fehler im Buch:
Allgemein:
Die Mängel die NAVIGATION betreffend stehen jeweils unter C) Ablauf.
1) Die KARTEN samt Höhenprofil stehen sowohl im TEXT als auch im “Anhang zum Heraustrennen”.          Das macht keinen Sinn, da man mit einer 100.000-er Karte allenfalls Auto fahren, aber ohne                     ergänzenden Text nicht wandern kann. Besser und mit gleichem Seitenaufwand wäre -eine-
     50.000-er Karte.
2) Die ORTE im Text stehen, aus obigem Grund?, oft nicht auf der Karte, z. B. bei Tag 1:
     “bis auf die Höhe von Großhesselohe” und “bis nach Buchenhain”, “an Berg Birk vorbei.” Tag 2:               “Richtung Schützenried”. So weiß man nicht, in welche Richtung man vom bekannten Punkt auf der         Karte gehen muss.
3) Auf der KARTE von Tag 24 steht zwischen Anfang und Ende außer “Vicenza” kein einziger Ort direkt     an der Strecke, es gibt jedoch welche, z. B. “Debbra”, s. 1) und 2).
4) Oft fehlt die HIMMELSRICHTUNG bei Orts- oder Richtungsangaben. Z. B. bei Tag 13: “ ... zur                 Gaststätte am Ende des Sees”. Es gibt -2- Gaststätten am See, der -zig Enden hat. Besser wäre:          “am Südostende des Sees” o. ä.. Schon GOETHE schrieb, Zitat Seite 103, “ ... man fährt
     Nordostwärts an den Gebürgen hin ...” und Seite auf 109: “Es geht immer in der schönen Plaine
     (= Ebene) süd ostwärts.”, da weiß man, woran man ist.
5) Oft heißt es “eine wenig befahrene Straße” oder “auf einer kleinen Nebenstraße” (Tag 6), die hat aber      auch einen NAMEN: “Riedkopfstraße”. So kann man danach fragen, anstatt “Wo ist denn hier >eine        kleine Nebenstraße<?” Oder:, Tag 8, “bis wir die Asphaltstraße”; es ist die “Brennerstraße”, nach der        man fragen kann, anstatt bei einem Verlaufer “Wo ist denn hier eine Asphaltstraße?” ;-)
6) Das HÖHENPROFIL wurde vermutlich nachträglich am Schreibtisch erstellt. Z. B.:
     Tag 2: von “Ebenhausen” nach “Kloster Schäftlarn” sind es mehr als 5 Höhenmeter, das ist ein              knackiger Abstieg.
7) ETAPPENORTE ohne Quartier, u. a. (?) Longare (Tag 24), Treponti (Tag 25), Fusina (Tag 27) sind für Autofahrer oder Radler kein Problem, führ den Wanderer, der schon 20 - 25 km im Kreuz hat, schon eher; eine sehr schlechte Erfahrung! Keine Bahn, Bus selten, Trampen langwierig, Taxi: s. E) Kosten.

Speziell:
S. 20: “Beuerberg”, richtig, und “Beurenberg” falsch.
S. 23: “Die Geschichte ... sollte man ... besichtigen”, das geht wohl nicht.
S. 23: “... wandern wir rund 2 km neben  (nicht auf der Straße)  entlang ...”; Klammer falsch gesetzt.
S. 23: “Prä” und “Latene” gibt es ja, aber wohl keine
“Prälatenenstäbe”. :-)
S. 24: Im Höfenprofil steht “Lausbergkopf 930 m”, im Text und auf der TAFEL auf dem Pass stehen                      “859 m”.
S. 27: Im HÖHENPROFIL Tag 5 steht als Etappenziel “Beuerberg”, es ist jedoch, laut Überschrift und                 Text “Mittenwald”.
S. 36: In Profil und Karte steht “Kranebitten” (richtig), im Text “Kranewitten”.
S. 38 + S. 43: Das 10-zeilige GOETHE-ZITAT “Innsbruck liegt herrlich ...” gibt es 2 mal, auch so kriegt                              man ein Buch voll.
S. 42, eher lustig: “ ...über uns tost lautlos die Autobahn ... ” :-)
S. 52: “Eisenbachbrücken” statt “Eisenbahn...”.
S. 54: “... die Ortsstraßen  von Sterzing”  -  statt  “ ... von Sterzing ...”.
S. 56: “Pfulters” (richtig) - “Pfultres” (falsch).
S. 61, Karte unten links: “Kloster Säben”, nicht “ ... Saben”.

S. 64: “ ... nach 21 km den Völser Steig”. Es sind, siehe Höhenprofil und Text, 21 km bis Bozen. Der Völser Steig liegt auf der Strecke bei etwa 13 km.
S. 67: Nach mehrfacher Befragung vor Ort gab und gibt es kein OLYMPIAZENTRUM in Bozen.
S. 67: “Hier (bei Bozen) fließen der Eisack und der Talfert (auch falsch; es ist der “Talfer”) zusammen
und bilden gemeinsam die Etsch”. Unsinn; die Etsch entspringt in den Ötztaler Alpen. Nahe Bozen, wo
sie, auch laut den
Marksteinen am Radweg (Tag 15 = 123 km) schon 100 km auf dem Buckel hat,
fließt ihr der Eisack zu.
S. 79: Höhenprofil-Ende “Nevene”, Karte: “Navene”.
S. 80: “ ... und nach 100  MINUTEN (?) gleich wieder rechts ...”, es sind METER gemeint.
S. 90: “Eine knappe WANDERSTUNDE später ...”; es war 1 Stunde  “Straße treten”.
S. 100: “ ... hinein bis zur ... Kirche von San Bonifacio”. Die liegt in der Ortsmitte, wie üblich, der                          “Rotstrich” führt jedoch ab der “SS 11” nach Nordost über die Autobahn ins Grüne.
S. 101: “ ... dann biegen wir rechts ab in den nächsten ORT”. Nur: welchen bei der unsicheren                              Navigation?
S. 102: wie 101; “... ein Fußweg rechts bis zum nächsten ORT” (?!).
S. 109: “Wir lassen unseren Hund (?!) kurz im klaren Wasser baden (wieso weiß er, dass ich k/einen                 Hund dabei habe) und gehen dann 100 m zurück ... von dem wir links ...”.
           Die Hunde-Extratour ist, dezent ausgedrückt, entbehrlich, die Navi... ist eh’ schon schwierig                    genug. Richtig wäre: “Auf dem Damm rechts rum”.
S. 109: Restaurant “Al veccio muin”; es ist “mulin” (Mühle).
S. 114: Ort “Fisso”; es ist “Fiesso”.
Tag 28, “Finale” auch der Fehler: grüner Textblock, rechte Spalte; es heißt “Canal Grande”,
           nicht “Canale Grande”. Finito?!

“Linsenspalterei?”: Nein, es gibt einerseits auf dem Goetheweg “Mittewald” und “Mittenwald” oder,
           Tag 24, “Longara” und “Longare” am gleichen Tag. Die Navigation ist ohnehin schon schwierig                  genug, andererseits ist es die Menge (!) der Fehler, die näärvt.

Dazu noch:
S. 2: “ ... vom Autor sorgfältig recherchiert und auf Richtigkeit geprüft.” (?!),
       “ ... vom Verlag geprüft” (?!),
       “Lektorat; ... “ (?!),
S. 9: “ ... in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung  >> Die  ZEIT << und
       “ mit der >> Internationalen Goethegesellschaft << “.
       Was Goethe wohl dazu gemeint hätte?


E) Kosten:
Man staunt: obwohl ich bei Speis’ und Trank nicht geprasst und mir immer, nach Möglichkeit, ein günstiges Quartier gesucht habe, kam ein erheblicher Betrag zusammen:
 * “Startgeld” bar abzüglich Restbestand:                            €    200,00
 * Bahnfahrt St. Ingbert (bei Saarbrücken) - München:           €   130,00
 * Tippen an Automaten für Essen, Trinken, Quartiere usw.:  € 2.072,00
 * 2 x € 50,00 Handy aufladen von zuhause aus:                  €    100,00
 * Bahnfahrt Venedig - St. Ingbert:                                       €    184,00
Endsumme:
                                                                    €  2.686,00 (!)

Diese wäre durch Zelten und Selberkochen zu reduzieren, wie es, s. Foto Tag 10, “L-L-L-Linda” und Sebastian aus München und, s. Foto Tag 25, Joe mit Kumpel aus Leipzig praktiziert haben, was nicht “mein Ding” ist.




F) Fazit:

Wege:
* “Wandern” im üblichen Sinn kann man nur bis zum BRENNER.
* Die Strecke BRENNER - VERONA läuft, mit Ausnahme vom Gardasee, meist auf dem neuen “Rad- und Wanderweg”, wobei man dort fast nur “Rad-”ler sieht, “-und Wander-” habe ich auf dieser ganzen Strecke keinen (!) gesehen.
* Am GARDASEE entlang läuft man auf schönen Strandpromenaden durch schöne und bekannte Ferienorte, außerhalb derselben jedoch meist zwischen “Pest und Cholera” entweder am Ufer durch tiefen Kies und etwas Gestrüpp -oder- entlang der schmalen “SS 11”, einzige Straße am Seeufer mit viel Verkehr, auf dem linken Seitensteifen, soweit vorhanden, oder auf dem weißen Strich. Beides ist unangenehm.
* VERONA - VENEDIG läuft, natürlich mit Ausnahme der wunderschönen berühmten Städte, teils auf “Rad- und Wanderweg”, manchmal schwer zu finden, da er neu ist und zum großen Teil entlang der Landstraßen, was lästig und gefährlich ist.

Wanderer:
- am Brenner (Tag 10): Linda und Sebastian aus München; Goetheweg, Teilstrecke Mittenwald - Bozen,
- vor Klausen (Tag 13): Ulla aus Münster; Goetheweg - Teilstrecke Innsbrück - Bozen,
- am Gardasee, Torri-, (Tag 19): Vater und Sohn aus Deutschland (?): “planlos” von den Vogesen bis Verona,
- in Padua (Tag 25): 2 Geographiestudenten aus Leipzig; Goetheweg - Teilstrecke Gardasee - Padua,
- vor Fusina, (Tag 27), 2 junge Frauen aus Hannover: Goetheweg - Teilstrecke Gardasee - Venedig,
- sonst niemanden.

Allgemein:
Man erlebt hier nicht atemberaubende Blicke auf nahe schroffe Gipfel und tiefe Schluchten sowie Muffensausen am Seil wie beim alpinen “Traumpfad”, passiert aber eine Menge kultureller Sehenwürdigkeiten in wunderschönen berühmten Städten, die man sonst kaum auf einer einzigen, wenn auch langen, “Wanderung” erlebt. Und: der Goethe ist im Geiste immer dabei.
Ärgerlich sind die vielen ortographischen Fehler im Buch, aber auch fehlerhafte oder fehlende Ortsbezeichnungen, was die Nvigation erschwert, siehe D). Andererseits hat die Tour durchaus Charme und einen hohen Erlebniswert, was schöne, vor allem italienische Kulturgüter betrifft. Schön und für einen längeren Bestand des “Goethewegs” meiner Ansicht nach unerlässlich, wäre eine verbesserte Wegführung gegenüber den Straßenstrecken in Zusammenarbeit mit regionalen Tourismusorganisationen. Wandervereine gibt es entlang der Straße-, Flußroute im flachen italienischen Teil wohl kaum. Dort wandert ja auch sonst keiner.

G) Tipps:
a) QUARTIERE: zuhause Infos und Tel.-Nummern auf der Strecke, auch zwischen den Etappenorten (!), notieren und “on Tour” nach dem Frühstück oder in der Mittagspause tel. vorbuchen! Das ärgerlichste auf der Tour war die lästige Quartiersuche mit 25 km in den Beinen, auch, weil einige Etappenorte überhaupt kein Quartier hatten, s. D) 7).
b) SANITÄTSWESEN:
* Füße morgens und abends mit einem speziellen “Fußbalsam” einreiben, die Haut hält dann länger.
* Besonders bei nur mäßig trainierten Gehern vorsorglich Fuß- und Kniegelenke sowie Muskeln                      mit ”Sportsalbe” einreiben, ich hatte, von meinem Arzt empfohlen, “Finalgon”.
c) EC-BARABHEBUNG: Wenn Ihr z. B. € 300,00 eingebt und es kommt eine Meldung “Ihr Guthaben reicht nicht aus ...”; keine Angst --> Programmfehler! Versucht es mit € 200,00, dann dürfte es klappen.

H) . . .   fuhr ich ganz normal mit mit meiner Frau nach VERONA, wir nahmen für eine Woche Quartier in einem guten Hotel und sahen uns all die schönen Städte und Stätten diesmal gemeinsam an:
* Gardaseesee”, * Malcesine, * die Arena mit meiner Frau, die vorher beim Packen half und meine Tour nunmehr nachträglich akzeptiert hat, * die “Rotonda” von Palladio in Vicenza und * Venedig mit Musik” . . .

  "Garda blue" malc-li-ha arena-li-rotstuhle vice-rotonda vene-pia-li-ha

 . . . und unsere
”Saarbrücker Zeitung” brachte auch noch einen Artikel.


   Erstellt 29. Sept. 2009                                     letztmals ergänzt/verbessert am 2. Januar 2010

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